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Klare Ansage von Alice Schwarzer: „Unser Problem sind die Frauen“

Klare Ansage von Alice Schwarzer: „Unser Problem sind die Frauen“
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Berlin – Sie ist seit Jahrzehnten Frauenrechtsikone, streitbare Feministin, Gründerin und Herausgeberin der Frauenzeitschrift „Emma“: die Journalistin Alice Schwarzer (83). In einem Podcast sprach Schwarzer über den Stand von Feminismus und Frauenrechten in den Zeiten von Influencern und Schönheits-OPs – und sagte, warum sie Kopftücher ablehnt.

Als es in dem Gespräch mit Journalistin Alev Dogan um die Zukunft des Feminismus ging, appellierte Schwarzer an die Frauen selbst: „Wir sind die Hälfte der Menschheit. In dem Moment, in dem alle Frauen bereit sind, der Sache klar ins Auge zu sehen, haben wir gewonnen. Unser Problem sind nicht die Männer, es sind die Frauen!“ Haben die also nicht genug gekämpft? Da wies Schwarzer auf den Frauenspruch „Ich habe nichts gegen Männer“ hin. Der sei einfach lächerlich, natürlich habe man etwas gegen die Männergesellschaft, sagt Schwarzer im „The Pioneer“-Podcast „Der Achte Tag“. Der Satz sei wie eine Beschwörungsformel, weil die Frauen Angst hätten, die Männer zu verärgern oder zu verlieren. Dabei finde ein interessanter Mann es spannend, wenn er ein Gegenüber hat. Immerhin ein Drittel der Männer sei an Emanzipation interessiert.

„Man raubt Frauen das Gesicht“

Heftige Kritik übte Schwarzer daran, dass Influencer immer öfter das Bild vorgeben, wie Frauen heute auszusehen haben: „Dieser Wahnsinnsdruck, jung zu sein, glatte Haut zu haben und sich andauernd mit sich zu beschäftigen. Es gibt ja ganz eindeutig schwere Störungen bei den so beeinflussten Frauen in der Selbstwahrnehmung.“ Alice Schwarzer: „Diese bearbeiteten Körper, die in Wahrheit gar nicht schön sind und denen die beeinflussbaren jungen Frauen nachstreben. Es ist eine Entstellung. Die Frauen dürfen nicht mehr mit ihrem eigenen Gesicht leben. Man raubt ihnen das Gesicht.“ Junge Mädchen wüssten oft nicht, dass das Erotischste ein Blick in die Augen ist oder ein Lächeln, sondern setzten auf ein „groteskes Aussehen“.

Auch beim Thema Kopftuch zeigte Schwarzer Haltung: „Das hat nichts mit Religion zu tun, sondern kommt aus einer bestimmten patriarchalischen Tradition.“ Und: „In dem Moment, in dem Sie den politischen Islam kritisieren, werde ich als islamophob und rassistisch diskriminiert. Die meisten Menschen lassen sich davon einschüchtern. Ich nicht.“ Schwarzer weiter: „Wir leben in einem Land, in dem der politische Islam offen und verdeckt sehr weit gekommen ist mit seiner Agitation. Sodass wir es für tolerant halten, zu akzeptieren, dass schon kleine Mädchen Kopftuch tragen.“ Das Kopftuch stehe in islamischen Ländern für Entrechtung. Das Mindeste sei, dass man darüber kritisch reden könne, „ohne als rassistisch, rechts diffamiert zu werden“.

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