Washington – „Du bist gefeuert!“ – das sagte Donald Trump (80) in seiner Reality-Show „The Apprentice“ (2004 bis 2015 sowie 2017), wenn er einen Kandidaten aus der Sendung warf. Seine „Hire-and-Fire“-Mentalität (Anheuern und Feuern) hat Trump als US-Präsident nicht abgelegt. BILD zeigt die Rauswurf- und Rücktrittsliste.
Am vergangenen Freitag entließ Trump Katie Zacharia (41). Seine Pressesprecherin stolperte über einen holprigen Auftritt bei ihrer ersten Pressekonferenz und eine Lebenslauf-Lüge: Zacharia hatte behauptet, Rechtsanwältin zu sein, obwohl sie durch die US-Anwaltsprüfung gefallen war. Sie brach mit nur fünf Tagen im Job den Kurzzeit-Rekord von Ex-Kommunikationsdirektor Anthony Scaramucci (62, hielt in Trumps erster Amtszeit immerhin 10 Tage durch).
Nach gut einem Jahr war für Heimatschutzministerin Kristi Noem (54) Ende März Schluss. Sie war u. a. wegen einer 220-Millionen-Dollar-Werbekampagne für Trumps Migrationskurs unter Druck geraten. Dass Noem bei einer Kongress-Anhörung erklärte, Trump habe die umstrittene Kampagne persönlich abgesegnet, brachte das Fass zum Überlaufen. Auch ihren neuen Job als Sonderbeauftragte von Trumps Anti-Kartell-Initiative „Shield of the Americas“ („Schild der Amerikas“) ist Noem laut Medienberichten schon wieder los.
Trump warf Justizministerin Pam Bondi (60) nach 14 Monaten aus dem Amt. Auslöser sollen Streits zwischen den beiden (u. a. um die Epstein-Akten und gescheiterte Verfahren gegen Trump-Gegner) gewesen sein.
Arbeitsministerin Lori Chavez-DeRemer (58) musste im April ihren Rücktritt einreichen. Ermittler waren Vorwürfen wegen Machtmissbrauchs (u. a. einer Affäre mit einem Mitarbeiter, Veruntreuung von Steuergeldern) nachgegangen.
Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard (45) trat im Mai zurück – offiziell, weil bei ihrem Mann Krebs diagnostiziert wurde. Zuletzt hatte es aber auch Spekulationen über Differenzen mit Trump, vor allem beim Thema Iran, gegeben.
Gerade erst musste die US-Botschafterin in Griechenland ihren Posten abgeben. Kimberly Guilfoyle (57), die Ex von Trump-Sohn Donald Jr. (48), soll laut Medienberichten einen griechischen Lobbyisten zu mehreren diplomatischen Treffen mitgenommen haben. Außerdem soll sie einen Trump-Spender angebettelt haben, ihre Kreditkartenschulden (100.000 Dollar) zu begleichen – im Austausch für politischen Einfluss auf die US-Regierung.
Feuert Trump lieber Frauen als Männer?
Auffällig: Die meisten Gefeuerten aus der ersten Reihe der US-Regierung sind Frauen. „In der zweiten Amtszeit von Präsident Trump sind es Amtsträgerinnen, die – freiwillig oder unfreiwillig – ihren Posten räumen“, stellt die „New York Times“ fest. Inzwischen sind nur noch vier Frauen in höchsten Regierungsämtern tätig. Dabei, so schreibt die Zeitung, schienen die Männer in Trumps Umfeld nicht weniger kontrovers: Um FBI-Direktor Kash Patel (46) gibt es Alkoholiker-Gerüchte. Handelsminister Howard Lutnick (65) soll laut Justiz-Akten einen Trip auf die Vergewaltiger-Insel von Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66) geplant haben. Und Kriegsminister Pete Hegseth (46) schrieb in einer Chat-Gruppe offen über geheime Kriegspläne.
Der Verdacht: Trump lässt den Männern in seiner Regierung mehr durchgehen als den Frauen. Zur Wahrheit gehört aber auch: Die Polit-Strategin Susie Wiles (69) gilt als engste Vertraute des Präsidenten. Sie ist die erste Frau überhaupt in der Stabschef-Position im Weißen Haus. Und seine Ex-Sprecherin Karoline Leavitt (29) lobte Trump zu ihrem Abtritt im August in den höchsten Tönen („phänomenale Arbeit“, „eine echte Führungspersönlichkeit“). Leavitt gab ihren Posten im August auf, um sich um ihren Sohn (2) und ihre kleine Tochter (5 Monate alt) zu kümmern.