Alarm, Angst, Angriffe und dutzende Tote: Die Ukraine erlebte eine äußerst blutige Woche. Putin ließ das Land mit unzähligen Raketen und Drohnen überziehen und hinterließ damit eine furchtbare Blutspur. Tote liegen auf Straßen, Familien weinen um ihre Kinder, ihre Mütter und Väter. Der Tod knallt vor allem in Wohnhäuser – Tag und Nacht. Die Russen bombardieren sogar eine Schule. Die Kinder entkommen nur, weil der Alarm sie frühzeitig warnte. Jeden einzelnen Tag heulen mehrfach die Sirenen. Kurz danach kommt das Zischen und Brummen der Raketen und Drohnen.
Währenddessen drosselt Milliardär Elon Musk die Geschwindigkeit von Starshield und sein Kumpel, US-Präsident Donald Trump, fordert die Ablösung von Wolodymyr Selenskyj – und hofiert gleichzeitig Kreml-Diktator Wladimir Putin mit der Lockerung von Sanktionen und dem teuren Kauf von russischem Diesel. Das alles bezahlen die Menschen in der Ukraine mit dem höchsten Preis: ihrem Leben.
Montag, 12. Oktober: In Saporischschja finden Retter Mutter und Tochter – beide Hand in Hand und tot
Die russische Gleitbombe knallte schon am Samstag in ein Wohnhaus. 23 Menschen sterben, unter ihnen drei Kinder. Eins davon ist die 15-jährige Polina. Sie wird später Hand in Hand mit ihrer Mutter unter den Trümmern gefunden. Unter den Toten ist auch ein sechsjähriges Mädchen. Ihr Großvater Anatolij Tschumnij steht weinend bei ihrem Leichnam. „Sie wäre Ende des Monats sieben geworden“, sagt er unter Tränen der Nachrichtenagentur Reuters. Seine Trauer schlägt in Wut um. Auf die Frage, warum Russland Wohnhäuser angreife, antwortet er: „Weil sie unmenschlich sind. Unmenschlich, das ist alles.“
Dienstag, 13. Oktober: Tote in Kiew
Die ukrainische Hauptstadt wird erneut von russischen Raketen getroffen. Ballistische Geschosse schlagen in Kiew ein. Es sterben mindestens zehn Menschen, 80 werden verletzt. Auch ein Heizkraftwerk wird getroffen. Es ist bereits der zweite schwere Angriff auf die Hauptstadt innerhalb von 24 Stunden.
Für die Bewohner bedeutet das: wieder Luftalarm, wieder Explosionen, wieder die Angst, dass das eigene Zuhause zum nächsten Angriffsziel wird. Während Rettungskräfte die Schäden beseitigen, droht der Ukraine bereits die nächste Katastrophe.
Mittwoch, 14. Oktober: Wieder Kiew, wieder Tote
Die Russen greifen die ukrainische Hauptstadt am Abend und in der Nacht bis in den Morgen fast pausenlos an. Vier Menschen werden getötet, weitere 25 verletzt, teilte die Staatsanwaltschaft der Stadt Kiew am Mittwoch auf Telegram mit.
Unter den Verletzten ist auch ein siebenjähriges Mädchen mit Schnitt- und Brandverletzungen am Arm. Wieder wurden dutzende Wohnungen zerstört. Allein 850 Shahed-Dronen schickte Russland in die Ukraine. „Es gab ständig Wellen, unser Himmel war jede Stunde voll“, fasste Präsident Wolodymyr Selenskyj diesen Tag zusammen.
Donnerstag, 15. Oktober: Kirowograd erlebt schwersten Angriff seit der russischen Invasion
Eine Gleitbombe kracht in ein Wohnhaus in Slowiansk. Rettungskräfte suchen nach Überlebenden, was immer ein Wettlauf gegen die Zeit ist. Oft können unter den tonnenschweren Trümmern nur noch Tote geborgen werden.
Mindestens zehn Menschen wurden getötet und 66 weitere verletzt, als Hunderte russischer Drohnen am 15. Oktober Ziele im ganzen Land angriffen, teilten regionale Behörden mit. Die Oblast Kirowograd erlebte in der Nacht den schwersten Angriff seit Beginn der russischen Offensive. Hier wurden drei Menschen getötet und sechs weitere verletzt. Russland griff mit fast 360 Drohnen an 26 Standorten kritische Infrastrukturen, Transportunternehmen, Logistikeinrichtungen und Wohngebäude an.
Freitag, 16. Oktober: Mehr als eine Million Menschen ohne Strom
Am Freitag trifft eine weitere russische Angriffswelle zahlreiche Regionen der Ukraine. Mindestens acht Menschen werden getötet, rund 60 weitere verletzt. In Charkiw sterben zwei Menschen. Zwölf weitere Menschen werden bei Angriffen auf drei Stadtbezirke verletzt. Auch in Kramatorsk und in der Region Dnipropetrowsk gibt es Tote.
Im Westen der Ukraine trifft eine Drohne einen Lebensmittelbetrieb in der Region Wolyn. Ein Mensch stirbt, acht weitere werden verletzt. Auch Einkaufszentren geraten ins Visier der Angriffe: In Riwne stirbt ein Mensch, sieben weitere werden verletzt.
Gleichzeitig wird die Stromversorgung in weiten Teilen des Landes unterbrochen. Mehr als eine Million Menschen sind zeitweise ohne Elektrizität. Allein in der Region Wolyn verlieren rund 370.000 Haushalte den Strom. In der Gebietshauptstadt Luzk warnt der Bürgermeister, dass der Ausfall mindestens 24 Stunden dauern könnte.
Samstag, 17. Oktober: 7 Tote, 90 Verletzte
332 Drohnen, darunter auch Jet-Drohnen, wurden von Russland über Nacht gestartet. Sie schlugen an 22 verschiedenen Orten ein, und Trümmerteile gingen in drei Gebieten nieder.
Sonntag, 18. Oktober: Bislang sind schon zehn Menschen tot
Iskander-Raketen, Shahed- und Jet-Drohnen schlagen seit der Nacht wieder landesweit ein. Mindestens zehn Menschen sterben bis jetzt, 73 weitere werden verletzt. Russland nimmt vor allem wieder kritische Infrastruktur unter Beschuss. Das erklärte Ziel von Putin ist der härteste Kriegswinter überhaupt. Mit Kälte, fehlender Elektrizität und Hunger will er das schaffen, was er seit knapp fünf Jahren nicht schafft: den Willen der Ukrainer zu brechen.